30.04.2026

Laaerberg: Nur eine Hausärztin für 10.000 Menschen

Die Gesundheitsversorgung am Laaerberg lässt zu wünschen übrig. In ein bis zwei Jahren soll eine Primärversorgungseinheit Abhilfe schaffen. Aber die roten Bezirksräte Konstantin Böck und Andrea Kojic-Ferstl wollen schon jetzt mindestens eine weitere besetzte Kassenarztstelle am Laaerberg sehen. 

Schon zum zweiten Mal wurde eine Kassenarztstelle für den Laaerberg ausgeschrieben. Und erneut konnte die Stelle wegen mangelnder Bewerbungen nicht besetzt werden. Das bedeutet, dass weiterhin nur eine einzige Allgemeinmedizinerin für mehr als 10.000 Bewohnerinnen und Bewohner am Laaerberg zuständig ist. 

Die SPÖ will deshalb zusätzlich zur in Bau befindlichen Primärversorgungseinheit in der Theodor-Sickel-Gasse weitere Maßnahmen für eine gute Gesundheitsversorgung im Bezirk umsetzen.

Primärversorgungseinheit wird frühestens 2027 öffnen können

“Die Primärversorgungseinheit (PVE) in der Theodor-Sickel-Gasse ist zwar ein wichtiger erster Schritt, aber um die Gesundheitsversorgung aller Menschen in Favoriten absichern zu können, braucht es weitere Maßnahmen”, sagt Bezirksrat und SPÖ-Bezirksgeschäftsführer Konstantin Böck. 

Denn bis die PVE fertig gestellt ist, heißt es warten. Frühestens im Jahr 2027 soll es öffnen. Für Böck und Kollegen sei “es sei nicht in Ordnung, dass die Menschen so lange auf eine zweite Hausärztin oder einen zweiten Hausarzt im Grätzel warten müssen.” 

Deshalb fordert die SPÖ in der Bezirksvertretungssitzung vom 29. April Maßnahmen. So müssen Ärztekammer, ÖGK und Bezirk alle Möglichkeiten ausschöpfen, um mindestens eine weitere oder einen weiteren Allgemeinmediziner auf den Laaerberg zu locken. Böcks rote Bezirkskollegin Kojic-Ferstl spricht etwa von ausreichend Werbung, die speziell die Ärztekammer für die unbesetzte Kassenstelle machen müsste. “Es kann doch nicht sein, dass sich in einer Millionenstadt keine Ärzte finden.”

 

Bevölkerung am Laaerberg wächst, Gesundheitsversorgung kommt nicht nach

Denn die Bevölkerung am Laaerberg ist in den letzten Jahren immer mehr gewachsen. Ob es die Gegend rund um das Austria Wien-Stadion ist oder eher in der Gegend des Kurparks: überall sprießen neue Wohnbauten. Mit den neuen Bewohnerinnen und Bewohnern ist auch der Bedarf an medizinischer Versorgung gestiegen. Und damit auch die Wartezeiten.

Aktuelle Zahlen zeigen, dass es sich hier um kein singuläres Problem von Favoriten handelt: die ärztliche Versorgung in Innenbezirken ist grundsätzlich besser, als in Außenbezirken. In Innenbezirken gibt es mehr Medizinerinnen und Mediziner, in Außenbezirken heißt es für Patientinnen und Patienten oftmals warten. 

 

Rund 70 Prozent der Ärztinnen und Ärzte sind privat

Seit 2010 hat sich in der Ärzteschaft etwas verändert: immer weniger Medizinerinnen und Mediziner wollen auf Kasse arbeiten. Die Ärztekammer schafft es deshalb nicht mehr, die Kassenarztstellen zu besetzen. Unter dieser Entwicklung leiden am Ende die Patientinnen und Patienten. 

Bis die Primärversorungseinheit endlich steht und seine Türen öffnet, so Böcks Wunsch, sollte mindestens die zweite Kassenarztstelle besetzt sein. Ob das gelingt - es liegt wohl auch an den Bemühungen von Ärztekammer und ÖGK.

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