Nach sexueller Belästigung: Druck zahlt sich aus! Wiener Bäder bekommen Verhaltenskodex
Es war in beinahe allen Zeitungen, als im Vorjahr Frauen in der Sauna des Amalienbads Belästigungsvorwürfe gegen Männer erhoben. Der öffentliche Aufschrei und der politische Druck haben sich ausgezahlt: Nun bekommt Wien einen Verhaltenskodex für die Bäder und kickt Gaffer und Grapscher künftig per Polizei hinaus!
Der Aufschrei war nicht nur groß, er war vor allem gerechtfertigt. Jetzt gibt es einen Verhaltenskodex bei Vorfällen von sexueller Belästigung. Die Magistratsabteilung 44, zuständig für die Bäder, hat nach dem Eklat im Vorjahr reagiert. Gemeinsam mit dem Frauenservice hat sie einen Verhaltenskodex ausgearbeitet. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wiener Bäder sind für sensible Situationen entsprechend geschult und gewappnet. So können sich künftig wirklich alle Besucherinnen und Besucher der Wiener Bäder wohl fühlen - ob in den Schwimmhallen oder in den Saunalandschaften.
Grapscher und Gaffer in Wiener Bädern aufgepasst: Bei sexueller Belästigung wird künftig sofort die Polizei verständigt!
Wer künftig die Verhaltensregeln in den Wiener Bädern nicht einhält, muss mit einem sofortigen Rauswurf und einem unbefristeten Badeverbot rechnen. Denn dann wird nicht mehr diskutiert, sondern das Personal im Bad ruft bei einem Vorfall von (sexueller) Belästigung sofort die Polizei an. So soll der Besuch in Bad und Sauna wieder entspannt und ohne Sorgen ablaufen können.
Bessere Schutzmaßnahmen für Besucherinnen und Besucher der Wiener Bäder und Saunen haben die Bezirksparteien bereits im Dezember diskutiert. In einer Sitzung der Bezirksvertretung pochten vor allem die roten Bezirksräte Konstantin Böck und Alexander Prischl auf schützende Maßnahmen - darunter Hausverbote und auch Sensibilisierungs-Schulungen für Angestellte der Bäder. Der Druck hat sich ausgezahlt.
Favoriten und Wien gemeinsam gegen sexuelle Belästigung.
Die rote Bezirkspartei hielt schon im Dezember 2025 in einem Resolutionsantrag fest, “dass Distanz, Respekt und angemessenes Verhalten für alle Menschen gleichermaßen gelten – unabhängig von Geschlecht, Alter oder kultureller Herkunft (...) klare, universelle Standards eines respektvollen Umgangs sind einzuhalten und aktiv zu vermitteln.”
Deshalb sei es wichtig, zukünftige Übergriffe präventiv anzugehen, um sie in allen Lebensbereichen - wie etwa in der Schule, in öffentlichen Gebäuden oder auch in den Öffis - bestmöglich vermeiden zu können.
Wien hat zahlreiche Maßnahmen getroffen, damit sich Frauen im öffentlichen Raum wohl und sicher fühlen können. Die Initiative „Ich bin dein Rettungsanker“ etwa sorgt gemeinsam mit etwa dem Volksgarten, dem Donauinselfest, dem U4 und den Wiener Bädern seit dem Jahr 2018 für ein möglichst sicheres Nachtleben und einen sicheren öffentlichen Raum. Im Jahr 2025 kamen zwei neue Kooperatoinspartner hinzu, die auf ein Sicherheitskonzept für Frauen setzen: der Wiener Schulball und der Gürtel Nightwalk.