11.12.2025

Unfair: Einwohnerschwache Bezirke bekommen vom ÖVP-Innenminister mehr Polizei als Favoriten

Favoriten ist der viertgrößte Bezirk in Österreich - zumindest wenn man die Einwohnerzahlen aller Gemeindebezirke vergleicht. Dennoch ist das Polizeiaufgebot mangelhaft. Der Grund? Andere Bezirke wie die Innenstadt oder die Josefstadt erhalten deutlich mehr Polizistinnen und Polizisten und  das bei wesentlich weniger Einwohner:innen. 


Auf etwa 16.000 Einwohner:innen in der Innenstadt kommen 360 Polizeistellen, das Polizeikommando Josefstadt (zuständig für die Bezirke 7, 8 und 9) hat bei 98.000 Einwohner:innen 393 Polizeistellen zur Verfügung. Favoriten hingegen bekommt mit etwa 220.000 Einwohner:innen gerade einmal 319 Polizeistellen zugeteilt - und davon sind nicht einmal alle besetzt. Derzeit sind nur 296 Polizistinnen und Polizisten im 10. Bezirk im Einsatz. Noch dazu haben diese mit 397 Überstunden pro Kopf den größten Arbeitsaufwand in der gesamten Stadt.

 

Warum schickt der Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) so wenig Polizist:innen in den 10. Bezirk?

Favoriten gilt bei vielen als “Problembezirk”. Bezirksvorsteher Marcus Franz (SPÖ) sieht das anders: Der 10. bekommt deutlich weniger Polizei zugeteilt, als es der Größe des Bezirks entspricht. Er sieht beim ÖVP-Innenminister deshalb dringenden Handlungsbedarf. Die massive Schieflage sei gegenüber allen Bewohnerinnen und Bewohnern im 10. Bezirk unfair!  

Würde man die Polizeiplanstellen mit anderen Bezirken gerechnet auf 100.000 Einwohner:innen vergleichen, so hätte der 1. Bezirk sage und schreibe 2.177 Polizisten, das Polizeikommando Josefstadt 402 Planstellen, Favoriten aber nur 145! 

 

Eine Frage an Innenminister Karner muss deshalb erlaubt sein: 

„Einige Bezirke, in denen Bezirksvorsteher derselben Partei wie der Innenminister tätig waren, haben viel mehr Personal erhalten – obwohl sie weniger Einwohner haben. Warum?“, möchte Bezirksvorsteher Franz vom ÖVP-Minister wissen.

 

  Steckt hinter der ungleichen Verteilung politisches Kalkül? Sollen sich die Favoritner:innen, wenn es nach Gerhard Karner geht, etwa gar nicht sicher fühlen in ihrem Bezirk? Über Ankündigungen, dass er mehr Polizei nach Favoriten schicken wolle, ist Innenminister Karner bisher jedenfalls nicht hinaus gekommen.


 

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